Frankfurter Anthologie: H. C. Artmann: „wo land und leut in eintracht hausen“
✨ AI Summary
🔊 جاري الاستماع
Frankfurter Anthologie : H. C. Artmann: „wo land und leut in eintracht hausen“Von Stephan Opitz30.05.2026, 13:02Lesezeit: 3 Min.AbspielenPodcastBarbara KlemmDie Herrschaft böser Narren ist vorüber: Ein Gedicht im Volksliedton über die Welt, wie sie einmal war und wie sie sein könnte, wenn Träume wahr würden. Merken TeilenVerschenkenDrucken Zur App Die Sehnsucht nach dem goldenen Zeitalter, danach, dass wieder alles im Lot ist und stimmt, ist ganz sicher die stabilste unter den Sehnsüchten der Menschen. Denn das Paradies, in dem wir uns im Goldenen Zeitalter aufhalten dürfen, spiegelt ja, seit wir – ob aus der Genesis oder von Hesiod und Ovid – von ihm wissen, die Klage über seinen Verlust wider: Nein, Kinder, schöner wird die Welt nicht und besser sowieso nicht. Lasst uns davon träumen, wie sie einmal war und sein könnte.Hans Carl Artmann, der im Dezember 2000 verstorbene österreichische Schriftsteller, wusste viel von Verlusten und Idyllen, vor allem beherrschte er deren Beschwörung mit allen ihm zur Verfügung stehenden sprachkünstlerischen Mitteln. Das hier in Rede stehende Gedicht von 1975 ist ein die paradiesische Idylle sehr breit angelegt beschwörendes Lied, dessen Rhythmus uns im Nu gefangen nimmt. Sofort rauschen „Am Brunnen vor dem Tore“ und des Müllers Wanderlust gehorsam in unser Gedächtnis. F.A.Z.-Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen sehen F.A.Z. bei Google bevorzugen Das Paradies ist endlich schlangenfreiDas ebenso beruhigende wie immer weiter tragende einfache Versmaß hält Artmann mit einer fast unheimlichen Konsequenz durch; so konsequent, dass der Dichter dem Versmaß auch Ungereimtheiten inhaltlicher Art unterjubelt. Jedenfalls wird, vorletzte Strophe, Kaffee nicht zum Speck gebraten, niemand brät Kaffee. Aber: Speck wird stets zum Kaffee gebraten, so liefe das nicht, so sänge das sich nicht. Und weil wir dem Sängerdichter trauen, dem von ihm angestimmten Ton bereits verfallen sind, nehmen wir das hin. Wir trauen uns, getragen von dem Artmann'sc...



