Vor 150 Jahren: Als der Zar das Ukrainische verbot
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Vor 150 Jahren : Als der Zar das Ukrainische verbotVon Reinhard Veser31.05.2026, 20:04Lesezeit: 4 Min.Bildbeschreibung ausklappenEin Denkmal des ukrainischen Nationaldichters Taras Schewtschenko in Balaklija im Gebiet Charkiw in einer Aufnahme vom 13. September 2022ReutersMit einem Erlass versuchte der russische Zar Alexander II. am 30. Mai 1876, die ukrainische Nationalbewegung zum Schweigen zu bringen. Das wirkt bis heute nach.Zusammenfassung Anhören Merken TeilenVerschenkenDrucken Zur App Ein halbes Jahr vor dem Großangriff auf die Ukraine veröffentlichte Wladimir Putin einen langen Artikel mit dem Titel „Die historische Einheit der Russen und Ukrainer“, in dem er die Entstehung einer ukrainischen Nation als das Werk von Feinden Russlands darstellt. Der auf der Website des Kremls veröffentlichte Text ist eine Mischung aus historischen Tatsachen und Geschichtsklitterung, aus schmeichlerischer Werbung um die Ukrainer und Drohungen.Das Gebiet der Ukraine wird darin als „westliches altrussisches Gebiet“ und „unsere historischen Territorien“ bezeichnet, die Ukrainer als Teil der russischen Nation. Putin machte deutlich, dass er die Ukraine für ein künstliches Gebilde hält, das kein Recht auf eine von Russland unabhängige Existenz habe. Es ist nicht schwierig, aus dem Text eine Ankündigung des kommenden Krieges herauszulesen. Jenen, die die Ukraine gegen Russland stellen wollten, „will ich sagen, dass sie auf diese Weise ihr Land zerstören“, schrieb Putin, während schon Truppen an der Grenze zur Ukraine aufmarschierten. F.A.Z.-Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen sehen F.A.Z. bei Google bevorzugen In seinem Text erwähnt Putin einen Erlass des Zaren Alexander II., den dieser vor genau 150 Jahren, am 30. Mai 1876, in Bad Ems unterzeichnete, wo er damals zur Kur weilte. Ziel dieses Erlasses war „die Unterbindung der in Bezug auf den Staat gefährlichen Tätigkeit der Ukrainophilen“. Konkret bedeutete das: Im Zarenreich waren von da an Einfuhr und Druck von Büchern in u...





